............Was im Rheinland jede Fete schon am Anfang zündet, braucht im fremdsprachigen Ausland seine Zeit. Erst dann, wenn zur vorgerückter Stunde die Angleichung und Annäherung von Fremden und Einheimischen sowieso kein Problem mehr darstellt und jeder Umstehende und Mitsingende per se ein persönlicher Freund wird, dann ist es auch nicht mehr so wichtig, ob man die Texte versteht. Dann zählt nur noch der Rhythmus, die Melodie und die empfundene Lebensfreude. Insofern hatten es die kölsche Jungs anfangs etwas schwerer als sonst, aber bei einigen echt rheinischen Liedern wie „Country Road“, „Ring of Fire“ und Pretty Woman“ schwangen dann doch die ersten das Tanzbein und viele schunkelten an den Stehtischen und Tischen mit. Etwas später war dann doch das Eis gebrochen, die Lindenberger, ihre vielen Gäste aus den Nachbardörfern und ganz besonders eine unüberschaubare Zahl an Kids und Jugendlichen feierten und tanzten was das Zeug hielt. Auch die Küche und die Bar bot wieder einmal ungewohnte Köstlichkeiten. Zunft-Kölsch vom Fass und „em Pittermännche“ (ein kleines handliches 10 Liter Fässchen für den Tischverzehr ab zwei Personen) und Speisen wie „Halve Hahn“ (Röggelchen, ein kleines Brötchen aus Roggen, mit Butter und einer dicken Scheibe mittelaltem Gouda-Käse, dazu scharfer Senf, eine dicke saure Gurke und Zwiebeln), den Frikadellchen und „Kölsche Kaviar met Musik“ (Blutwurst, Roggenbrötchen, Zwiebeln und Senf). Ungewohnte Namen und ungewohnte Kost, aber nichts kann den Lindenberger erschüttern und so wurde es wieder wie gewohnt spät in der Nacht. Lindenberg hat seit der vergangenen Woche auch ein eigenes Logo, ein Lindenblatt, wie könnte es auch anders sein, mit dem Slogan „Liebenswertes Lindenberg“ 625 Jahre, 1382 – 2007. Zu begutachten auf der eigens von der ARGE für dieses Jubiläum eingerichteten Homepage: www.liebenswertes-lindenberg.de.
(Siegener Zeitung vom Montag, den 13.03.2006)
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